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1927 ­­– „Wasser hat keine Balken“

Unter dieser Überschrift berichtete der Bonner General-Anzeiger über die Jahreshauptversammlung der DLRG, Bezirk I (Regierungsbezirk Köln), vom Sonntag, 6. März 1927. Die wichtigsten Ergebnisse dieses Tages: die Ortsgruppe Bonn wurde zum eigenständigen Bezirk erhoben, der über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Schwimmer Dr. Alois Wolff zum ersten Bezirksleiter gewählt. Zusammen mit dem späteren Landesverbandspräsidenten Michael Spoden und Jean Heinemann, Vorsitzender des Bonner Schwimmvereins, hatte Dr. Wolff bereits 1922 den „Ersten deutschen Kongress für das Schwimmrettungswesen" in Bonn organisiert. Dieser Kongress fand ein ungeahntes Echo in der Presse; die Öffentlichkeit war begeistert. Es entstand ein Programm, von dem das gesamte Rettungswesen sehr beeinflusst wurde.

1927 bis 1944 – Gründungs- und Aufbauphase

Die Gründung des Bezirks Bonn 1927 fiel in eine Phase schrittweiser Normalisierung des Alltagslebens in Bonn und den Nachbargemeinden nach den Jahren des Ersten Weltkriegs und wirtschaftlicher Krisen. Die ersten Ausbildungsstätten der DLRG in Bonn stammten noch aus der Kaiserzeit: die beiden schwimmenden Badeanstalten am Rheinufer oberhalb des „Alten Zoll“ sowie das damals einzige Hallenschwimmbad der Stadt, das 1906 eröffnete Viktoriabad. Ende der 1920er-Jahre erweiterte der Bezirk seinen Aktionsradius und baute am Institut für Leibesübungen der Universität einen Stützpunkt auf. Als im Jahr 1929 in der Rüngsdorfer Aue der damals noch selbstständigen Stadt Bad Godesberg das „Schwimm-, Luft- und Sonnenbad“ eröffnet wurde, dehnte man die Rettungsschwimmausbildung dorthin aus. Bonn erhielt erst zehn Jahre später mit dem „Sommerbad“ an der Römerstraße eine gleichwertige Anlage. Bereits im Jahr 1929 war auch am Fuß des Drachenfelses der Stützpunkt Königswinter als Gliederung des Bezirks Bonn entstanden. 1959 trennten sich die gemeinsamen Wege, und die Ortsgruppen Königswinter, Bad Honnef und Ägidienberg gründeten den eigenständigen Bezirk Siebengebirge.

Von der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 blieb auch die DLRG nicht unberührt. Stück für Stück wurden die humanitären Prinzipien und die sportliche Praxis umgewertet und den ideologischen Forderungen der Zeit angepasst. Unter dem Namen „Deutsche Lebens-Rettungs-Gemeinschaft“ übernahm man schließlich die satzungsgemäße Aufgabe, die „deutsche Volkskraft und Wehrfähigkeit zu stärken und zu erhalten“. Verstärkt wurden die uniformierten Verbände des Staates und der Partei im Rettungsschwimmen ausgebildet und zur Mitarbeit herangezogen. Bereits seit 1927 hatte Bonn die größte preußische Polizeischule besessen. Hinzu kamen nun bis Ende 1938 insgesamt sieben Militärkasernen. Genaue Nachweise hierzu fehlen, da die Wehrmacht damals einen eigenen DLRG-Landesverband bildete. Ab 1939 konnte der Bezirk Bonn das „Sommerbad“ in unmittelbarer Nähe der damaligen Husarenkaserne als weitere Ausbildungsstätte nutzen. Bei Kriegsausbruch zählte der Bezirk etwa 300 Mitglieder. Nachdem bereits ab 1941 die Aktivitäten auf dem Rhein erheblich eingeschränkt worden waren, kam die DLRG-Arbeit nach dem Luftangriff auf Bonn am 18. Oktober 1944 ganz zum Erliegen.

1947 bis 1975 – Wiederaufbau und Ausbauphase

Unmittelbar nach Kriegsende war an den Wiederaufbau eines organisierten Vereinslebens nicht zu denken. Die „Kontrollratsdirektive 23“, ein von den Alliierten am 17. Dezember 1945 aufgestelltes Gesetz, verfügte die Auflösung aller Sportorganisationen, die vor der deutschen Kapitulation bestanden hatten. Erst am 25. Februar 1947 gestattete die britische Militärregierung die Gründung des Landesverbands Nordrhein. Schon im darauffolgenden Sommer führte der Bezirk Bonn fünf Lehrgänge mit mehr als 100 Teilnehmern durch. Auf Bitten der Polizei übernahm die DLRG den Wach- und Rettungsdienst am Rhein. Dies unterstützte die Stadt Bonn durch „sonntägliche Schwerstarbeiterzulage“ und zusätzliche Lebensmittelmarken. Mit großem Engagement ging Anton Morelli, Bezirksleiter von 1941 bis 1964, an die Reaktivierung der Stützpunkte und Ortsgruppen (u. a. Bad Godesberg 1949 oder Rheinbach 1953). Auf Initiative des Sportlehrers Willi Rösch wurden Ende der 1950er-Jahre an fast allen Bonner Schulen Lehrer ausgebildet, um ihrerseits als Ausbilder im Rettungsschwimmen der DLRG aktiv zu werden. Anfang der 1960er-Jahre beauftragte das Präsidium den Technischen Leiter des Bezirks Richarz, Rettungsschwimmer für den Wachdienst in internationalen Jugendlagern im Ausland auszubilden. Südfrankreich, Spanien, das damalige Jugoslawien, Schweden und die griechischen Inseln Kreta und Rhodos wurden so zu Stützpunkten des Bezirks Bonn.

Im Oktober 1964 übernahm Jan Schmitz die Leitung des Bezirks, der nunmehr etwa 1.200 Mitglieder zählte. Die folgenden Jahre waren bestimmt durch den Ausbau des Bezirks in Folge des Baus neuer Hallenbäder. Die Stützpunkte Beuel und Duisdorf (beide ab 1969 Ortsgruppen), sowie Pädagogische Hochschule, Aloisiuskolleg, Carl-Schurz-Realschule (in Verbindung mit dem „Amerikanischen Club“) und Bundesministerium für Verteidigung kamen hinzu.

Die kommunale Neugliederung der Region Bonn/Rhein-Sieg 1969, die einige Eingemeindungen und Umstrukturierungen für den linksrheinische Landkreis Bonn, den rechtsrheinischen Siegkreis und die Stadt Bonn im Zentrum der beiden Kreise mit sich brachte, warf ebenso Fragen auf, die Auswirkungen auf den Bezirk Bonn hatten. Vom Grundsatz, dass die politischen Grenzen die Bezirksgrenzen setzen, musste abgewichen werden. Daher bedurfte es einer vertraglichen Regelung, in der festgelegt wurde, dass der linksrheinische Teil des neuentstandenen Rhein-Sieg-Kreises, der Stützpunkt „Bundesgrenzschutz Hangelar“ und die Stadt Bonn räumlich den DLRG Bezirk Bonn bildeten. Den Schwerpunkt der frühen 1970er-Jahre stellte der Ausbau des Bezirks im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis dar: In Heimerzheim und Bornheim entstanden Stützpunkte. Die dortige schnelle und nachhaltige Entwicklung rechtfertigte bereits ein Jahr nach ihrer Gründung die Ernennung zu Ortsgruppen (1974/1975). Später ereichte der Bezirk Bonn durch den Aufbau von DLRG-Gruppen im Gustav-Heinemann-Haus (Bonn-Tannenbusch, 1977) und in Meckenheim (1981) seine größte Ausdehnung.

1975 bis 1993 – Umbruch und Konsolidierungsphase

Die kommunale Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen, durch die ab 1974 viele Mittelstädte ihre Selbstständigkeit verloren, und die Bezirksverfassung in den kreisfreien Städten waren Vorbild für die Umstrukturierung von DLRG-Bezirken. Der damalige Landesverbandsleiter Jan Schmitz – zugleich hiesiger Bezirksleiter – erprobte das modellhaft in Bonn. Nach der 1978 in Kraft getretenen neuen Bezirksverfassung wurden die fünf selbstständigen Ortsgruppen aufgelöst und als unselbstständige Ausbildungszentren mit den fünf Stützpunkten verwaltungsmäßig unter dem Dach des DLRG-Bezirks Bonn zusammengefasst. Dieser Kraftakt mutete den Mitgliedern und Aktiven viel zu. Nicht alle wollten den Weg in die neue Zeit mitgehen – die Zahl von 4.500 Mitgliedern (1975) hat der Bezirk später nicht mehr erreicht. Aus heutiger Sicht sind die damals etablierten Strukturen aber nicht mehr wegzudenken, weil sich sich als besonders effektiv für Zusammenarbeit und Koordination des Vereins im Bonner Einzugsgebiet erwiesen haben. Im Jahr 1977 stellte sich Jan Schmitz nicht mehr zu Wiederwahl als Bezirksleiter. Es folgten unruhige Zeiten mit häufigen Wechseln in diesem Amt: Hermann Josef Wirtz (1977-79), Peter Heidinger (1979-81), Hans Blesgen (1981-84), Rolf Miesen (1984-86).

Einen Höhepunkt in den 1970er-Jahren bildete der umfangreiche Wachdienst am Rhein und dem Rheinauensee während der Bundesgartenschau 1979 in Bonn.

Nach der Wahl von Walter Hirschmann, Bezirksleiter von 1986-93, kehrte wieder Ruhe in den Bezirk ein. Die Weiterentwicklung der Bezirksverfassung und -struktur wurde angepackt und schließlich 1993 mit einer bezirksinternen Verwaltungs- und Finanzreform abgeschlossen. Im gleichen Jahr löste Klaus-Peter Hentschel, bis dato Stellvertreter, Walter Hirschmann als Bezirksleiter ab.

1993 bis heute ­– neue Aufgaben

Das Jahrhunderthochwasser im Jahr 1993, das in Bonn einen Pegel von 10,13 Metern mit sich brachte (langjähriger, mittlerer Wasserstand 3,50 Meter), stellte die DLRG im Bezirk Bonn vor neue Herausforderungen. In Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Bundesgrenzschutz, Technischem Hilfswerk, der Bundeswehr und anderen Hilfsorganisationen sicherte man die Versorgung der vom Hochwasser betroffenen Anwohner. Hierzu zählten beispielsweise die Einrichtung eines Fährverkehrs für eingeschlossene Personen, der Transport von Sandsäcken oder die Bereitstellung eines Motorrettungsboots für Lösch- und Rettungseinsätze. Rechtzeitig zum Adventshochwasser 1995 konnten drei speziell für solche Einsätze konzipierte Hochwasserboote des Landesverbands in Dienst gestellt werden.

In den Folgejahren kam es zu Hochwassereinsätzen im Rahmen von Großschadenslagen außerhalb der Bonner Region. So waren Helfer*innen, Fahrzeuge und Boote der DLRG Bonn unter anderem 1996 im Oderbruch oder beim großen Elbehochwasser 2002 vor Ort.

Parallel zu der wachsenden Stellung der DLRG im bundesweiten Katastrophenschutz wuchs die Zusammenarbeit der Wasserrettung mit der Berufsfeuerwehr der Stadt Bonn. Daneben werden zahlreiche Großveranstaltungen wie der Bonn-Triahtlon, die Rheinsegelwoche und „Rhein in Flammen“ durch den Bezirk Bonn wasserseitig abgesichert. Seit 1999 wurden über mehrere Jahre die Wettkämpfe beim sommerlichen Nivea-Cup in Warnemünde durch zwei Bootsmannschaften begleitet.

Seit 1993 wurden die Bonner Finanzen auf eine solide Basis gestellt. Durch zielgerichtete Investitionen konnten zahlreiche neue Rettungsgeräte (Boote, PKW) beschafft werden. Aktuell verfügt der Bezirk Bonn über zwei Großboote, ein Inflatable Resuce Boat, ein Rescue Water Craft, drei Hochwasserboote und fünf Landfahrzeuge, die nicht zuletzt aufgrund der motivierten Wachmannschaft und deren Engagement und Fähigkeiten nicht nur in Schuss gehalten sondern auch aus- bzw. umgebaut und verbessert werden.

Im Bereich Ausbildung gestaltete sich die Arbeit in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger: Bäderschließungen und -sanierungen, Einschränkungen der Nutzungszeiten zum Beispiel durch verlängerte Schließzeiten in den Sommermonaten sowie der Anstieg der Nutzungskosten führten zu einem Rückgang der Mitgliederzahl. Dem engagierten, ehrenamtlichen Einsatz vieler Mitglieder ist es zu verdanken, dass der Bezirk Bonn trotz der genannten Umstände den hohen Standard der Ausbildungsqualität halten und sogar verbessern konnte. Insbesondere im Bereich der Integration von Menschen mit Behinderung ist dieses Engagement zu erkennen.

Heute unterhält der DLRG Bezirk Bonn neun Ausbildungszentren und drei weitere Stützpunkte mit insgesamt circa 2.700 Mitgliedern.

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