Herseler Werth bis Einsatzgebietsende – Rhein-KM 660,0 bis 664,0

Kurz vor dessen nördlichem Ende liegt eine von insgesamt drei Inseln innerhalb des Bonner Einsatzgebiets links im Rhein. Diese ist etwa anderthalb Kilometer lang und darf als Vogelschutzgebiet nicht betreten werden. Der durchströmte und in beide Richtungen befahrbare Seitenarm wird als Motorboothafen genutzt – unter anderem durch den befreundeten Yacht Club Hersel. Bei Niedrigwasser ist die bergseitige Einfahrt nur für Ortskundige zu empfehlen bzw. durch entsprechende Schifffahrtszeichen gesperrt.

Mit dem Bereich zwischen der Nordspitze des Herseler Werths und der rheinüberspannenden Hochspannungsleitung bei Bornheim-Widdig geht das Bonner Einsatzgebiet recht unspektakulär zu Ende - kaum Bebauung und keine auffälligen Landmarken. Aufmerksamkeit verlangen allerdings die vielen Jetski-Fahrer, die gerne von der rechtsrheinischen Nato-Rampe unterhalb der Hochspannungsleitung starten.

Stromabwärts schließt sich das Einsatzgebiet der DLRG Wesseling an (Bezirk Erftkreis).

Bonner Hafen und Siegaue – Rhein-KM 657,0 bis 660,0

Gegensätzlicher könnte das Bild kaum sein: Am linken Ufer erhebt sich eine für Binnengewässer ziemlich große geratene Container-Brücke über der stählernen Kaimauer des Bonner Güterhafens. Die alten Stückgut-Kräne wirken daneben fast wie Spielzeuge. Das gegenüber liegende Naherholungsgebiet Siegaue erfreut durch dichte Auwälder und sattes Grün. Mit Motorkraft darf die dort mündende Sieg nicht befahren werden. Gleich unterhalb der Mündung liegt die Einfahrt zum Sportboothafen Mondorf, in dem auch das Wasser- und Schifffahrtsamt seine Anleger hat. An dieser Stelle besteht auch eine Autofährverbindung nach Bornheim-Hersel.

Dort befindet sich am linken Ufer auch der Engländerweg (gleichzeitig die Grenze zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis), wo sich häufig die Einsatzleitung bei Ereignissen im nördlichen Rheinabschnitt postiert.

Zwischen den Brücken – Rhein-KM 655,0 bis 657,0

Während sich rechtsrheinisch die Landschaft wieder sehr grün präsentiert, zieht sich der städtische Bereich am Bonner Ufer mit dem Römerlager (heute mit Hochhäusern bebaut, vor 2.000 Jahren mit einem römischen Garnisonslager die Keimzelle der Stadt Bonn) bis zur Friedrich-Ebert-Brücke (BAB 565), die umgangssprachlich nur Nordbrücke genannt wird. Zwischen Beethovenhalle und der Brücke ist vom linken Ufer wegen Buhnen Abstand zu halten.

Bonner Innenstadt – Rhein-KM 652,4 bis 655,0

Das linke Ufer wird in diesem Abschnitt von dichter Bebauung und zahlreichen Schiffsanlegern beherrscht. Gebäude wie das ehemalige Auswärtige Amt, das Priesterseminar „Albertinum“ oder die Oper oder prägen das Bild, bevor man die Kennedy-Brücke erreicht, die bis 2011 aufwändig saniert wurde. Direkt unterhalb der Brücke ist am linken Rheinufer die Anlegestelle des Feuerlöschboots Bonn, am rechten befinden sich Wache und Anleger der Wasserschutzpolizei (WSP 5).

Das rechtsrheinische Ufer zwischen DLRG-Wasserrettungsstation und Kennedy-Brücke, der sogenannte Beueler Grund, zeichnet sich ebenfalls durch ausgeprägte Flachwasserbereiche aus. Im Sommer kommt es vor, dass der Fluss bis zu 100 Meter breite Schotterflächen freigibt. Das bleibt auch für die Einsatzkräfte der DLRG Wasserrettung nicht ohne Folgen: die Nutzung des DLRG-Steges wird in der trockenen Jahreszeit oft unmöglich, so dass die Boote stets vom Trailer gewassert werden müssen.

Neben den zahlreichen Ausflugsschiffen, die die klassische Route Bonn-Siebengebirge fahren, sind aufgrund der zahlreichen Ruderclubs in Bonn in diesem Abschnitt viele muskelbetriebene Boote unterwegs, die Aufmerksamkeit verlangen.

Die Rheinnixe, eine kleine Personenfähre, pendelt etwa 500 Meter oberhalb der Kennedy-Brücke zwischen Bonn und Beuel.

Posttower und DLRG-Wasserrettungsstation – Rhein-KM 651,1 bis 652,4

Prägend für die Skyline der Stadt Bonn ist sicher der Posttower (ca. 160 Meter), die Konzernzentrale von Deutscher Post und DHL, mit ihrem nächtlichen Lichterspiel. Gleich nebenan trägt das ehemalige Abgeordneten-Hochhaus „Langer Eugen“ (ca. 115 Meter) mittlerweile das Logo der Vereinten Nationen. Zu Füßen der beiden „Wolkenkratzer“ liegt das ehemalige Regierungsviertel mit dem zum neuen World Conference Center Bonn gehörenden alten Plenarsaal des Bundestages oder auch dem Funkhaus der Deutschen Welle.

Genau bei Stromkilometer 652,4 steht am rechten (dem Beueler) Ufer die Wasserrettungsstation der Bonner DLRG. Eine ehemalige Bootswerft, die über die Jahrzehnte immer wieder renoviert und angepasst wurde, dient als Domizil sowohl für Boote und Einsatzfahrzeuge als auch als für unsere Einsatzkräfte im Wachbereitschaftsdienst.

Zwischen Bad Godesberg, Oberkassel, Rheinaue und Bonner Bogen – Rhein-KM 647,0 bis 651,1

Bevor der Fluss die Bonner Südbrücke (Konrad-Adenauer-Brücke, BAB 562) erreicht, öffnet sich am linken Ufer der Rheinauenpark mit großer Blumenwiese, Tretbootsee und Japanischem Garten. Die Anlage ist ein erfreuliches Überbleibsel der Bundesgartenschau 1979. Am ersten Wochenende im Mai wird hier das Bonner Feuerwerk zu „Rhein in Flammen“ abgebrannt. Typisch für eine Innenkurve finden sich an dieser Uferseite gefährliche Flachwasserbereiche.

Rechtsrheinisch liegt auf dem Gelände einer ehemaligen Zementfabrik der sogenannte „Bonner Bogen“. Die moderne bis futuristische Architektur der Bürohäuser und des Kameha-Hotels prägt das Bild. Ein interessantes historisches Detail: an Stelle der Brücke verband zwischen 1870 bis 1914 ein Trajekt, eine Fähre für Eisenbahnen, Bonn und Oberkassel.

Während sich linksrheinisch über dem Zentrum von Bonn-Bad Godesberg die zugehörige Burgruine erhebt, folgen unterhalb von Königswinter am rechten Ufer Oberdollendorf, das per Autofähre mit Plittersdorf verbunden ist, und Bonn-Oberkassel. Aus DLRG-Sicht sind in diesem Flussabschnitt besonders die rechtsrheinischen Buhnen zu beachten. Aufgrund der Versandung zwischen den Wasserbauwerken hat sich hier eine Art Strand gebildet, der im Sommer leider immer wieder von Badenden genutzt wird – obwohl die Berufsschifffahrt sehr dicht vorbeifährt, starke Strudel und Sogwirkung auftreten und hier auch schon tödliche Unfälle mit Kindern geschehen sind.

Am Fuße des Drachenfels – Rhein-KM 642,5 bis 647,0

Das schönste Panorama bietet der Rheinabschnitt zwischen Bad Honnef und Königswinter (zum Rhein-Sieg-Kreis). Am rechten Ufer erhebt sich der Drachenfels mit Burgruine und Schloss Drachenburg dicht umringt von den weiteren Gipfeln des Siebengebirges wie z.B. dem Petersberg mit dem ehemaligen Gästehaus der Bundesregierung.

Unterhalb des Drachenfels’ bis zum ersten Schiffsanleger in Königswinter sollte man sich wegen ausgeprägter Flachwasserbereiche vom rechten Ufer fernhalten: der Drachenfelser Grund.

Linksrheinisch findet sich der südlichste Bonner Stadtteil Mehlem mit dem erloschenen Vulkan Rodderberg, von dem aus man einen sehr schönen Panoramablick über das Siebengebirge genießen kann.

Eine große Autofähre verbindet Mehlem und Königswinter, das nach wie vor von vielen Touristen besucht wird, was entsprechend viel Verkehr von Ausflugsschiffen mit sich bringt.

Inseln Grafenwerth und Nonnenwerth – Rhein-KM 640,5 bis 642,5

Rechtsrheinisch liegt die Insel Grafenwerth (zu Nordrhein-Westfalen), die vom Bad Honnefer Ufer über zwei Brücken erreicht werden kann, der Insel Nonnenwerth direkt gegenüber. Sie ist nur etwa einen Kilometer lang, dafür aber breiter als ihre „Schwester“ auf der rheinland-pfälzischen Seite. Ihr Seitenarm ist nur bei hohen Wasserständen durchströmt und kann aufgrund von Steinwällen und Verlandungen keinesfalls bergseitig befahren werden. Am nördlichen Ende der Insel, auf der sich ein Freibad und eine beliebte Parkanlage befinden, gelangt man in den kleinen Sportboothafen von Bad Honnef.

Der Hauptstrom zwischen den Inseln ist schmal und verlangt bei hohem Verkehrsaufkommen aufgrund der starken Wellenbildung große Aufmerksamkeit.

Die etwa zwei Kilometer lange Insel Nonnenwerth (zu Rheinland-Pfalz) liegt linksrheinisch im Hauptstrom. Auf ihr befindet sich eine 1854 gegründete Klosterschule, die nur über zwei kleine Fähren zu erreichen ist.

Der Seitenarm von Nonnenwerth ist durchströmt und kann in beide Richtungen befahren werden. Aufgrund von Strömung und Wasserstand ist zumeist jedoch nur die Fahrt zu Tal sinnvoll. Am linksrheinischen Ufer liegt ein frequentierter Campingplatz mit Biergarten und kleinem Bootsanleger. Bei Hochwasser muss der Platz vollständig geräumt werden. Oberhalb am Hang steht der berühmte Rolandsbogen, mittlerweile „flankiert“ durch das moderne Arp-Museum.

Oberwinter – Rhein-KM 639,0

Der Sportboothafen in Oberwinter bildet das südliche Ende des Einsatzgebiets der DLRG Wasserrettung Bonn. Das Hafenbecken ist etwa 600 Meter lang und bis zu 130 Meter breit. Um Fußgängern das Queren zu erleichtern gibt es an der Einfahrt eine bewegliche, schwimmende Brücke, die auf Knopfdruck geschlossen werden kann. Dort befindet sich auch das schwimmende Bootshaus des befreundeten Bonner Yacht Clubs, der sein Winterlager direkt neben der Bonner DLRG-Wasserrettungsstation hat. Der linksrheinische Hafen liegt – ebenso wie die Insel Nonnenwerth – bereits in Rheinland-Pfalz, während das rechte Flussufer noch zu Nordrhein-Westfalen gehört.