Neue Aufgaben

Das Jahrhunderthochwasser im Jahr 1993, das in Bonn einen Pegel von 10,13 Metern mit sich brachte (langjähriger, mittlerer Wasserstand 3,50 Meter), stellte die DLRG im Bezirk Bonn vor neue Herausforderungen. In Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Bundesgrenzschutz, Technischem Hilfswerk, der Bundeswehr und anderen Hilfsorganisationen sicherte man die Versorgung der vom Hochwasser betroffenen Anwohner. Hierzu zählten beispielsweise die Einrichtung eines Fährverkehrs für eingeschlossene Personen, der Transport von Sandsäcken oder die Bereitstellung eines Motorrettungsboots für Lösch- und Rettungseinsätze.
Rechtzeitig zum Adventshochwasser 1995 konnten drei speziell für solche Einsätze konzipierte Hochwasserboote des Landesverbands in Dienst gestellt werden.

In den Folgejahren kam es zu Hochwassereinsätzen im Rahmen von Großschadenslagen außerhalb der Bonner Region. So waren Helfer, Fahrzeuge und Boote des DLRG Bezirks Bonn unter anderem 1996 im Oderbruch oder beim großen Elbehochwasser 2002 vor Ort.

Parallel zu der wachsenden Stellung der DLRG im bundesweiten Katastrophenschutz wuchs die Zusammenarbeit des Wasserrettungsdiensts mit der Berufsfeuerwehr der Stadt Bonn. Daneben werden zahlreiche Großveranstaltungen wie der Bonn-Triahtlon, die Rheinsegelwoche und „Rhein in Flammen“ durch den Bezirk Bonn wasserseitig abgesichert. Seit 1999 wurden über mehrere Jahre die Wettkämpfe beim sommerlichen Nivea-Cup in Warnemünde durch zwei Bootsmannschaften begleitet.

Seit 1993 wurden die Bonner Finanzen auf eine solide Basis gestellt. Durch zielgerichtete Investitionen konnten zahlreiche neue Rettungsgeräte (Boote, PKW) beschafft werden. Aktuell verfügt der Bezirk Bonn über zwei Großboote, ein IRB, drei Hochwasserboote und fünf Landfahrzeuge, die nicht zuletzt aufgrund der motivierten Wachmannschaft und deren Engagement und Fähigkeiten nicht nur in Schuss gehalten sondern auch aus- bzw. umgebaut und verbessert werden.

Im Bereich Ausbildung gestaltete sich die Arbeit in den vergangenen Jahren zunehmend schwieriger: Bäderschließungen und -sanierungen, Einschränkungen der Nutzungszeiten z.B. durch verlängerte Schließzeiten in den Sommermonaten sowie der Anstieg der Nutzungskosten führten zu einem Rückgang der Mitgliederzahl.
Dem engagierten, ehrenamtlichen Einsatz vieler Mitglieder ist es zu verdanken, dass der Bezirk Bonn trotz der genannten Umstände den hohen Standard der Ausbildungsqualität halten und sogar verbessern konnte. Insbesondere im Bereich der Integration von Menschen mit Behinderung ist dieses Engagement zu erkennen.

Heute unterhält der DLRG Bezirk Bonn neun Ausbildungszentren und drei weitere Stützpunkte mit insgesamt circa 2.700 Mitgliedern.