Wiederaufbau und Ausbauphase

Unmittelbar nach Kriegsende war an den Wiederaufbau eines organisierten Vereinslebens nicht zu denken. Die „Kontrollratsdirektive 23“, ein von den Alliierten am 17. Dezember 1945 aufgestelltes Gesetz, verfügte die Auflösung aller Sportorganisationen, die vor der deutschen Kapitulation bestanden hatten. Erst am 25. Februar 1947 gestattete die britische Militärregierung die Gründung des Landesverbands Nordrhein. Schon im darauffolgenden Sommer führte der Bezirk Bonn fünf Lehrgänge mit mehr als 100 Teilnehmern durch. Auf Bitten der Polizei übernahm die DLRG den Wach- und Rettungsdienst am Rhein. Dies unterstützte die Stadt Bonn durch „sonntägliche Schwerstarbeiterzulage“ und zusätzliche Lebensmittelmarken.
Mit großem Engagement ging Anton Morelli, Bezirksleiter von 1941 bis 1964, an die Reaktivierung der Stützpunkte und Ortsgruppen (u.a. Bad Godesberg 1949 oder Rheinbach 1953). Auf Initiative des Sportlehrers Willi Rösch wurden Ende der 1950er-Jahre an fast allen Bonner Schulen Lehrer ausgebildet, um ihrerseits als Ausbilder im Rettungsschwimmen der DLRG aktiv zu werden. Anfang der 1960er-Jahre beauftragte das Präsidium den Technischen Leiter des Bezirks Richarz, Rettungsschwimmer für den Wachdienst in internationalen Jugendlagern im Ausland auszubilden. Südfrankreich, Spanien, das damalige Jugoslawien, Schweden und die griechischen Inseln Kreta und Rhodos wurden so zu Stützpunkten des Bezirks Bonn.

Im Oktober 1964 übernahm Jan Schmitz die Leitung des Bezirks, der nunmehr etwa 1.200 Mitglieder zählte. Die folgenden Jahre waren bestimmt durch den Ausbau des Bezirks in Folge des Baus neuer Hallenbäder. Die Stützpunkte Beuel und Duisdorf (beide ab 1969 Ortsgruppen), sowie Pädagogische Hochschule, Aloisiuskolleg, Carl-Schurz-Realschule (in Verbindung mit dem „Amerikanischen Club“) und Bundesministerium für Verteidigung kamen hinzu.

Die kommunale Neugliederung der Region Bonn/Rhein-Sieg 1969, die einige Eingemeindungen und Umstrukturierungen für den linksrheinische Landkreis Bonn, den rechtsrheinischen Siegkreis und die Stadt Bonn im Zentrum der beiden Kreise mit sich brachte, warf ebenso Fragen auf, die Auswirkungen auf den Bezirk Bonn hatten. Vom Grundsatz, dass die politischen Grenzen die Bezirksgrenzen setzen, musste abgewichen werden. Daher bedurfte es einer vertraglichen Regelung, in der festgelegt wurde, dass der linksrheinische Teil des neuentstandenen Rhein-Sieg-Kreises, der Stützpunkt „Bundesgrenzschutz Hangelar“ und die Stadt Bonn räumlich den DLRG Bezirk Bonn bildeten.
Den Schwerpunkt der frühen 1970er-Jahre stellte der Ausbau des Bezirks im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis dar: In Heimerzheim und Bornheim entstanden Stützpunkte. Die dortige schnelle und nachhaltige Entwicklung rechtfertigte bereits ein Jahr nach ihrer Gründung die Ernennung zu Ortsgruppen (1974/1975). Später ereichte der Bezirk Bonn durch den Aufbau von DLRG-Gruppen im Gustav-Heinemann-Haus (Bonn-Tannenbusch, 1977) und in Meckenheim (1981) seine größte Ausdehnung.