Gründungs- und Aufbauphase

Die Gründung des Bezirks Bonn 1927 fiel in eine Phase schrittweiser Normalisierung des Alltagslebens in Bonn und den Nachbargemeinden nach den Jahren des Ersten Weltkriegs und wirtschaftlicher Krisen. Die ersten Ausbildungsstätten der DLRG in Bonn stammten noch aus der Kaiserzeit: die beiden schwimmenden Badeanstalten am Rheinufer oberhalb des „Alten Zoll“ sowie das damals einzige Hallenschwimmbad der Stadt, das 1906 eröffnete Viktoriabad. Ende der 1920er-Jahre erweiterte der Bezirk seinen Aktionsradius und baute am Institut für Leibesübungen der Universität einen Stützpunkt auf. Als im Jahr 1929 in der Rüngsdorfer Aue der damals noch selbstständigen Stadt Bad Godesberg das „Schwimm-, Luft- und Sonnenbad“ eröffnet wurde, dehnte man die Rettungsschwimmausbildung dorthin aus. Bonn erhielt erst zehn Jahre später mit dem „Sommerbad“ an der Römerstraße eine gleichwertige Anlage. Bereits im Jahr 1929 war auch am Fuß des Drachenfelses der Stützpunkt Königswinter als Gliederung des Bezirks Bonn entstanden. 1959 trennten sich die gemeinsamen Wege, und die Ortsgruppen Königswinter, Bad Honnef und Ägidienberg gründeten den eigenständigen Bezirk Siebengebirge.

Von der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 blieb auch die DLRG nicht unberührt. Stück für Stück wurden die humanitären Prinzipien und die sportliche Praxis umgewertet und den ideologischen Forderungen der Zeit angepasst. Unter dem Namen „Deutsche Lebens-Rettungs-Gemeinschaft“ übernahm man schließlich die satzungsgemäße Aufgabe, die „deutsche Volkskraft und Wehrfähigkeit zu stärken und zu erhalten“. Verstärkt wurden die uniformierten Verbände des Staates und der Partei im Rettungsschwimmen ausgebildet und zur Mitarbeit herangezogen.
Bereits seit 1927 hatte Bonn die größte preußische Polizeischule besessen. Hinzu kamen nun bis Ende 1938 insgesamt sieben Militärkasernen. Genaue Nachweise hierzu fehlen, da die Wehrmacht damals einen eigenen DLRG-Landesverband bildete. Ab 1939 konnte der Bezirk Bonn das „Sommerbad“ in unmittelbarer Nähe der damaligen Husarenkaserne als weitere Ausbildungsstätte nutzen.
Bei Kriegsausbruch zählte der Bezirk etwa 300 Mitglieder. Nachdem bereits ab 1941 die Aktivitäten auf dem Rhein erheblich eingeschränkt worden waren, kam die DLRG-Arbeit nach dem Luftangriff auf Bonn am 18. Oktober 1944 ganz zum Erliegen.